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Correctiv
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Correctiv (Eigenschreibung: CORRECTIV) ist ein Medienunternehmen mit Sitz in Essen und einem weiteren Standort in Berlin. Betrieben wird es von der Correctiv – Recherchen fĂŒr die Gesellschaft gemeinnĂŒtzige GmbH, die auch die Online-Journalistenschule Reporterfabrik betreibt. Über die gewerbliche Tochtergesellschaft Correctiv – Verlag und Vertrieb fĂŒr die Gesellschaft UG (haftungsbeschrĂ€nkt) verlegt Correctiv BĂŒcher und fĂŒhrt Faktenchecks fĂŒr den Internetkonzern Meta Platforms durch.

Contents

‱ Ziele
‱ Geschichte
‱ Sparkassen
‱ Weblinks

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Ziele

Durch sein Modell will Correctiv nach eigenen Angaben investigativen und aufklĂ€renden Journalismus fĂŒr alle Menschen und Medienpartner kostenfrei zugĂ€nglich machen. Viele Recherchen werden gemeinsam mit Zeitungen, Magazinen oder Radio- und Fernsehsendern publiziert. Die Inhalte werden primĂ€r auf der eigenen Website veröffentlicht; bei Recherchen werden zum Teil BĂŒrger beteiligt. Es gibt ein Bildungsprogramm mit Recherche-Workshops und Online-Tutorials, unter anderem in der Online-Journalistenschule Reporterfabrik.cite-ref-4[4]cite-ref-ueber-uns-5-0[5] Correctiv plĂ€diert außerdem fĂŒr eine redaktionelle Gesellschaft: eine demokratische Gemeinschaft, in der BĂŒrger wie Journalisten agieren, um Wahrheit herzustellen und das Gemeinwohl aktiv mitzugestalten.cite-ref-6[6]

Geschichte

Nachdem am 9. Dezember 2013 ein Gesellschaftsvertrag unterzeichnet worden und am 6. Januar 2014 der Handelsregistereintrag erfolgt war, nahm Correctiv die praktische Arbeit am 14. Juli 2014 auf.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] GegrĂŒndet wurde es von David Schraven, der zuvor das Rechercheressort der Funke Mediengruppe leitete. Von der Brost-Stiftung erhielt es eine Anschubfinanzierung in Höhe von drei Millionen Euro.cite-ref-zeit-9-0[9]

Im Januar 2017 wurde die GrĂŒndung der Online-Journalistenschule Reporterfabrik bekanntgegeben,cite-ref-10[10] die im Dezember 2018 startete.cite-ref-11[11]

Am 15. Januar 2017 kĂŒndigte Facebook eine Kooperation mit Correctiv an. Bestimmte BeitrĂ€ge, die von Nutzern als Falschmeldung oder Fake News gemeldet werden und sich stark verbreiten, sollten von Correctiv ĂŒberprĂŒft werden. Gelangen deren Faktenchecker zu dem Schluss, dass Zweifel am Inhalt eines solchen Beitrags vorliegen, werde der Facebook-Beitrag zwar nicht gelöscht, aber mit einem Warnhinweis versehen, der darauf hinweist, dass die Geschichte von unabhĂ€ngiger Seite angezweifelt werde. Correctiv fĂŒge einen Link auf einen eigenen Text hinzu, der dem verfĂ€lschenden Beitrag Fakten gegenĂŒberstelle. Weiterhin werde die Sichtbarkeit dieser BeitrĂ€ge durch technische Parameter in der Datenbank von Facebook reduziert.cite-ref-12[12] Die Arbeit wird nach einer ersten kostenfreien Testphase inzwischen von Facebook bezahlt.cite-ref-13[13] Faktenchecks von Aussagen von Politikern sind möglich, wenn es sich um Tatsachenbehauptungen handelt und die Relevanzkriterien erfĂŒllt sind. DurchgefĂŒhrt werden die Faktenchecks von der gewerblichen Tochtergesellschaft Correctiv – Verlag und Vertrieb fĂŒr die Gesellschaft UG (haftungsbeschrĂ€nkt).cite-ref-uebermedien-14-0[14]cite-ref-15[15]

Im Januar 2017 starteten Can DĂŒndar und Correctiv das deutsch-tĂŒrkische Onlinemagazin ÖzgĂŒrĂŒz, das von DĂŒndar geleitet wird.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17] In der TĂŒrkei ist die Website gesperrt.cite-ref-18[18]cite-ref-19[19]

Zusammen mit der Rudolf Augstein Stiftung wurde im August 2018 Correctiv.Lokal gestartet, ein Netzwerk fĂŒr die gemeinsame Recherche von Lokaljournalisten, Bloggern und Fachexperten.cite-ref-20[20]

Im Mai 2020 wurde mit UnterstĂŒtzung der Ruhr-Konferenz der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen und der RAG-Stiftung die Jugendredaktion Salon5 gegrĂŒndet.cite-ref-21[21]

Im Oktober 2025 wurde Correctiv in Russland als unerwĂŒnschte Organisation eingestuft. Damit werden gemĂ€ĂŸ Correctiv AktivitĂ€ten des Mediums in Russland verboten und Zusammenarbeit russischer BĂŒrger mit ihr kriminalisiert.cite-ref-22[22]

Leitung und Organisation

David Schraven war von Juli 2014 bis Mai 2015 Chefredakteur,cite-ref-23[23] Markus Grill von Juni 2015 bis August 2017cite-ref-24[24] und Oliver Schröm von Januar 2018 bis Oktober 2019.cite-ref-25[25] Vom November 2019 bis September 2024 bildeten Olaya ArgĂŒeso und Justus von Daniels die Chefredaktion.cite-ref-26[26] Olaya ArgĂŒeso PĂ©rez verließ im September 2024 Correctivcite-ref-27[27]. Anette Dowideit ist seit Januar 2025 neben Justus von Daniels zweite Chefredakteurin von Correctiv.cite-ref-28[28]

David Schraven ist seit der GrĂŒndung ein GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Gesellschaft. Von November 2014 bis November 2016 war Christian Humborg zweiter GeschĂ€ftsfĂŒhrercite-ref-29[29] und von Mai 2018 bis Januar 2022 Simon Kretschmer.cite-ref-30[30] Von September 2022 bis November 2024 war Jeannette Gusko als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin neben David Schraven tĂ€tig.cite-ref-31[31]

Die wirtschaftliche Arbeit wird durch den Aufsichtsrat ĂŒberwacht, der von Lukas Beckmann (seit 2017), Dagmar HovestĂ€dt (seit 2017) und Andrew Murphy (seit 2015) gebildet wird. Bis 2017 gehörten Hedda von Wedel und Gerhard Winter dem Aufsichtsrat an. Die QualitĂ€t der journalistischen Arbeit wird durch einen Ethikrat ĂŒberwacht. GrĂŒndungsvorsitzender des Gremiums war Bodo Hombach, der 2016 wegen eines Interessenkonfliktes das Amt niederlegte.cite-ref-kress-32-0[32]

Gesellschafter und Finanzierung

Correctiv besitzt die Rechtsform einer gemeinnĂŒtzigen GmbH.cite-ref-rechtsform-33-0[33] Berichte, wonach Correctiv ein Verein sei, sind falsch.cite-ref-deutschlandfunk-34-0[34] Auch ist Correctiv keine Stiftung, erhĂ€lt aber regelmĂ€ĂŸig Spenden von solchen.cite-ref-spenden-35-0[35]

David Schraven war zunĂ€chst alleiniger Gesellschafter der Correctiv – Recherchen fĂŒr die Gesellschaft gemeinnĂŒtzige GmbH. Im Oktober 2017 ĂŒbergab er die Mehrheit der Anteile an weitere Gesellschafter, die Kuratoren. Mitglieder des Kuratoriums sind die Vorsitzende Dagmar HovestĂ€dt (Mitglied des Aufsichtsrats), Lukas Beckmann (Vorsitzender des Aufsichtsrats), Christian Humborg (ehemaliger GeschĂ€ftsfĂŒhrer), Maria Scharlau und David Schraven (GeschĂ€ftsfĂŒhrer) (Stand: 3. November 2023).cite-ref-ueber-uns-5-1[5]cite-ref-36[36]

Correctiv ist eine Non-Profit-Organisation und finanziert sich durch Spenden von Einzelpersonen sowie durch Zuwendungen von Stiftungen und aus Steuermitteln.cite-ref-spenden-35-1[35]cite-ref-1-37-0[37] Weitere Einnahmequelle sind Erlöse der gewerblichen Tochtergesellschaft Correctiv Verlag und Vertriebs UG, die BĂŒcher herausgibt und Faktenchecks fĂŒr Facebook durchfĂŒhrt. Neben den GeschĂ€ftsberichten wurden bis Juni 2024 auch alle Spenden, Zuwendungen und FörderbeitrĂ€ge ĂŒber 1.000 € namentlich auf der Website ausgewiesen.cite-ref-finanzen-38-0[38] Am 17. Juni 2024 Ă€nderte CORRECTIV seine Offenlegungsrichtlinie im Redaktionsstatutcite-ref-39[39]. Anstatt alle Zuwendungen ĂŒber 1.000 € zu veröffentlichen, werden seither alle Spenden und Zuwendungen ĂŒber einem Prozent des Jahresumsatzes der CORRECTIV gGmbH grundsĂ€tzlich öffentlich gemacht. Alle Zuwendungen von staatlichen oder staatlich kontrollierten Stellen werden zudem laut Redaktionsstatut Punkt 6 unabhĂ€ngig von der Höhe mit Benennung der zuweisenden Stelle immer veröffentlicht.cite-ref-40[40] Hauptspenderin war im GrĂŒndungsjahr die Brost-Stiftung, die auch die Anschubfinanzierung in Höhe von drei Millionen Euro ĂŒbernahm.cite-ref-zeit-9-1[9] Ohne ihre UnterstĂŒtzung wĂ€re der Aufbau von Correctiv nach eigenen Angaben nicht möglich gewesen.cite-ref-finanzen-38-1[38]

Die Summe an Spenden von Einzelpersonen an Correctiv betrug im Jahr 2023 1.894.570,40 €. Weitere Zuwendungen von mindestens 50.000 € erhielt die Organisation von der Luminate Foundation (Omidyar Network) (661.018,53 €), der Bundeskasse (431.059,85 €), der Schöpflin Stiftung (286.000,00 €), der Landeshauptkasse NRW (145.338,00 €), der Mercator Stiftung (140.000,00 €), der RAG-Stiftung (120.000 €), der Google Germany GmbH (115.425,00 €), The Sunrise Project (106.400,00 €), der Adessium Foundation (72.000,00 €), der JX Fund gGmbH (65.391,95 €), der Deutschen Stiftung f. Engagement und Ehrenamt (98.100,80 €), der Zeit-Stiftung (50.000 €) und der European Climate Foundation (50.000 €).

Seit seinem Bestehen erhielt Correctiv außerdem Geld von folgenden weiteren Institutionen: Rudolf Augstein Stiftung, den Open Society Foundations, der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, der Deutschen Telekom, der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur, der Landesanstalt fĂŒr Medien Nordrhein-Westfalen, Facebook und der Cassiopeia Foundation.cite-ref-finanzen-38-2[38]

Die Zuwendungen von der Öffentlichen Hand durch die Bundeskasse und die Landeshauptkasse NRW im Jahr 2023cite-ref-finanzen-38-3[38] sind nach eigenen Angaben zweckgebunden und dienen Projekten der Medienbildung.cite-ref-1-37-1[37] Über die Höhe der Zahlungen von Meta Platforms an die Correctiv Verlag und Vertriebs UG im Rahmen des Faktencheck-Programms von Facebook macht Correctiv keine Angaben.cite-ref-finanzen-38-4[38] Die Leiterin des Faktencheck-Teams sagte im Juni 2020 in einem Interview mit der Konrad-Adenauer-Stiftung: „Wir haben eine Vereinbarung mit Facebook, dass wir ĂŒber Vertragsdetails nicht sprechen dĂŒrfen“.cite-ref-41[41]

Recherchen und Projekte (Auswahl)

| Jahr | Correctiv-Titel | Thema | Quelle |
|---|---|---|---|
| Jan. 2015 | Flug MH17 | Abschuss eines Verkehrsflugzeugs ĂŒber dem ukrainischen Kriegsgebiet | [ 42 ] |
| Nov. 2018 | Die Alte Apotheke | Medizinskandal Alte Apotheke Bottrop um die FĂ€lschung von Krebsmedikamenten | [ 43 ] |
| Mai 2019 | Wem gehört die Stadt? | Eigentumsstrukturen im Immobilienmarkt | [ 44 ] |
| Okt. 2018 | The CumEx Files | Mehrfache Erstattung nur einmal abgefĂŒhrter Kapitalertragsteuer ( Cum-Ex-Steuerbetrug ) | [ 45 ] |
| Mai 2019 | Grand Theft Europe | Umsatzsteuer-Betrug durch KarussellgeschÀfte | [ 46 ] |
| Feb. 2020 | Die Heartland-Lobby | UnterstĂŒtzung der deutschen Klimawandelleugner durch das US-amerikanische Heartland-Institut | [ 47 ] |
| Jun. 2020 | Pillenkick | Schmerzmittelmissbrauch im Fußball | [ 48 ] |
| Okt. 2020 | Kein Filter fĂŒr Rechts | Netzwerke der politischen Rechten nutzt Instagram zu Rekrutierung | [ 49 ] |
| Nov. 2020 | Nurses for Sale | Dubiose Vermittlung auslÀndischer PflegekrÀfte | [ 50 ] |
| Feb. 2021 | HÀusliche Gewalt | Gewalt durch die hÀusliche Isolation wÀhrend des Corona-Lockdowns | [ 51 ] |
| MĂ€rz 2021 | Der Schattenmann | AfD -Spendenskandal | [ 52 ] |
| Okt. 2022 | Draußen Held, drinnen Gewalt | Das Schweigen der „Spielerfrauen“ z. B. im Fall JĂ©rĂŽme Boateng | [ 53 ] |
| Jan. 2024 | Geheimplan gegen Deutschland | Treffen von Rechtsextremisten in Potsdam 2023 zum Thema Vertreibung | [ 54 ] |
| Okt. 2025 | Trotz Kritik: Forschungsministerium fördert umstrittenes Projekt gegen Antisemitismus | Kritik am Projekt „Dis-Ident“ des Islamismusforschers Ahmed Mansour | [ 55 ] |
| Nov. 2025 | Klöckner klickt rechts | Analyse der Social-Media-AktivitÀten und Befragung der Wegbegleiter von BundestagsprÀsidentin Julia Klöckner | [ 56 ] |

Auszeichnungen

‱ 2014: Journalist des Jahres in der Kategorie Newcomer fĂŒr das Team von Correctivcite-ref-57[57]
‱ 2015: Grimme Online Award der Kategorie Information fĂŒr die umfangreiche Webreportage MH17 – Die Suche nach der Wahrheitcite-ref-58[58]cite-ref-59[59]cite-ref-60[60]
‱ 2015: Deutscher Reporterpreis in der Kategorie Innovation fĂŒr die grafische Reportage Weisse Wölfe von David Schraven und Jan Feindtcite-ref-61[61]
‱ 2015: Deutsch-Französischer Journalistenpreis fĂŒr MH17 – Die Suche nach der Wahrheitcite-ref-62[62]
‱ 2016: Deutscher Reporterpreis in der Kategorie Innovationcite-ref-63[63]
‱ 2016: Journalist des Jahres in der Kategorie Team des Jahrescite-ref-64[64]
‱ 2016: LeadAward in der Kategorie Independent des Jahrescite-ref-65[65]
‱ 2016: Axel Springer Preis in der Kategorie Investigative Recherche fĂŒr die Undercover-Recherche Tierdiebecite-ref-66[66]
‱ 2016: Auszeichnung „Innovation des Jahres“ der Medienfachzeitschrift Wirtschaftsjournalist fĂŒr die Entwicklung der Plattform CrowdNewsroom und die Analyse Sparkassen-Checkcite-ref-67[67]
‱ 2016: Deutscher Reporterpreis in der Kategorie Innovationcite-ref-68[68]
‱ 2017: ERM-Medienpreis fĂŒr nachhaltige Entwicklung. Auszeichnung an Fabian Löhe und Annika Joeres fĂŒr Correctivcite-ref-69[69]
‱ 2018: Deutsch-Französischer Journalistenpreis an Annika Joeres und Simon Jockers fĂŒr Correctiv fĂŒr Steigende Meerecite-ref-70[70]
‱ 2018: Ehrenpreis des Dr.-Georg-Schreiber-Medienpreises fĂŒr die investigativen Leistungen von Correctivcite-ref-71[71]
‱ 2018: Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippecite-ref-72[72]cite-ref-73[73]
‱ 2018: Otto-Brenner-Preis: 1. Preis des Otto-Brenner-Preises fĂŒr kritischen Journalismus fĂŒr die Artikel Er kommt am Abend und Vergewaltigt auf Europas Feldern von Pascale MĂŒller (Correctiv) Stefania Prandi (BuzzFeed)cite-ref-74[74]
‱ 2018: UmweltMedienpreis der Deutschen Umwelthilfe an Justus von Daniels, Stefan Wehrmeyer und Annika Joeres fĂŒr die Online-Recherche Irrsinn der Agrarpolitikcite-ref-75[75]
‱ 2019: Nannen Preis in der Kategorie Reportage fĂŒr den Artikel Vergewaltigt auf Europas Feldern von Pascale MĂŒller (Correctiv) und Stefania Prandi (BuzzFeed)cite-ref-76[76]
‱ 2019: Grimme Online Award in der Kategorie Information fĂŒr Idee, Recherche und journalistische Umsetzung der Recherche Wem gehört Hamburg.cite-ref-0-77-0[77]
‱ 2019: 1. Preis des Otto-Brenner-Preises fĂŒr kritischen Journalismus mit der Recherche zu den CumEx-Files, gemeinsam mit Die Zeit, Panorama und NDR Infocite-ref-78[78]
‱ 2019: International Fact Checking Award des Poynter-Instituts in der Kategorie Most bizarre Fact-Check fĂŒr das Faktencheck-Team von Correctivcite-ref-79[79]
‱ 2019: 1. Preis des Helmut-Schmidt-Journalistenpreises fĂŒr die Recherche Grand Theft Europecite-ref-80[80]
‱ 2020: Deutsch-Französischer Journalistenpreis in der Kategorie Multimedia fĂŒr Grand Theft Europecite-ref-81[81]
‱ 2020: Daphne-Caruana-Galizia-Journalistenpreis des EuropĂ€ischen Parlamentscite-ref-82[82]
‱ 2020: Journalist des Jahres in der Kategorie Sport fĂŒr das Pillenkick-Rechercheteam, gemeinsam mit der ARD-Dopingredaktioncite-ref-83[83]
‱ 2020: 2. Preis des Gutenberg Recherchepreises fĂŒr den Artikel Das verdeckte Imperium von Michel Penke (Correctiv) und David Meidinger (Tagesspiegel)cite-ref-84[84]
‱ 2020: Knatterton-Auszeichnung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter fĂŒr die „vernetzten, multinationalen“ Recherchen von Correctiv, wie CumEx.cite-ref-85[85]
‱ 2021: Dr.-Georg-Schreiber-Medienpreis in der Kategorie Online fĂŒr das Pillenkick-Rechercheteam von Correctiv und der ARD-Dopingredaktioncite-ref-86[86]
‱ 2021: Sigma Award for Data Journalism fĂŒr die Recherche Kein Filter fĂŒr Rechts von Celsa Diaz, Alice Echtermann, Till Eckert, Clemens Kommerell und Arne Steinbergcite-ref-87[87]
‱ 2021: Deutscher Reporter:innenpreis in der Kategorie Datenjournalismuscite-ref-88[88] fĂŒr Kein Filter fĂŒr Rechts.cite-ref-89[89]
‱ 2021: 1. Platz in der Kategorie „Chefredaktion national“ bei den Journalisten des Jahres fĂŒr die Chefredaktion von Correctiv bestehend aus Olaya ArgĂŒeso PĂ©rez und Justus von Danielscite-ref-90[90]
‱ 2023: Theodor-Heuss-Medaille fĂŒr besonderes demokratiepolitisches Engagementcite-ref-91[91]
‱ 2023: Deutscher Verlagspreiscite-ref-92[92]
‱ 2024: Carlo-Schmid-Preiscite-ref-93[93]
‱ 2024: VOICE Albert O. Hirschman Preiscite-ref-94[94]

Kontroversen

Krankenhauskeime

Eine im November 2014 von Correctiv veröffentlichte Reportage ĂŒber multiresistente Krankenhauskeime wurde in der taz als „Blamage im Großformat“ kritisiert, die zentrale Aussage sei nicht belegt worden; andere große Zeitungen ĂŒbernahmen die Reportage jedoch und sahen keinen Grund, an den Ergebnissen zu zweifeln.cite-ref-96[96] Correctiv antwortete auf die Kritik der taz und korrigierte ihren Bericht in einem Punkt.cite-ref-97[97] In der RĂŒckschau zeigte sich David Schraven allerdings darĂŒber verĂ€rgert, „dass so eine unbedeutende Sache ein Gewicht kriegt, als wĂ€re die ganze Recherche falsch“.cite-ref-sz1-98-0[98]

Malaysia-Airlines-Flug 17

Im Zusammenhang mit Recherchen zum Absturz der Boeing 777, Malaysia-Airlines-Flug 17, ĂŒber der umkĂ€mpften Ost-Ukraine im Sommer 2014 strengte Correctiv im April 2015 eine Klage gegen das AuswĂ€rtige Amt auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes an, um AuskĂŒnfte zu dessen Wissenstand zu erhalten.cite-ref-99[99] Eine KlageankĂŒndigung in Verbindung mit der an den damaligen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gerichteten Frage, warum trotz bekannter Gefahren fĂŒr Passagierflugzeuge nicht vorab gewarnt worden sei, wurde durch Correctiv in sozialen Medien verbreitet und auch auf die Außenfassade des AuswĂ€rtigen Amtes projiziert. Dies veranlasste Kritiker zu der Frage, ob Correctiv nur Journalismus oder nicht auch Aktivismus und Selbstinszenierung betreibe. Volker Lilienthal bewertete, es sei dabei „mehr um die Selbstinszenierung von Correctiv als Watchdog“ gegangen „und weniger um die journalistische Botschaft“.cite-ref-100[100]cite-ref-sz1-98-1[98]

Sparkassen

In einer 2016 erschienenen Studie behaupteten Correctiv und die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Sparkassen in Baden-WĂŒrttemberg hĂ€tten ĂŒberdurchschnittlich viele faule Kredite angesammelt.cite-ref-101[101] Die besonders von den VorwĂŒrfen betroffene Sparkasse des Hohenlohekreises wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck und warf den Correctiv-Autoren eine falsche Berechnungssystematik und eine unvollstĂ€ndige Datenbasis vor; der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Heilbronn wies darauf hin, dass die von Correctiv als Grundlage des Artikels genommene Non-Performing-Loans–Quote fĂŒr die Beurteilung der Risikolage von Sparkassen unzureichend sei.cite-ref-102[102]

Outing einer Landtagskandidatin als Hobby-Prostituierte

Im Mai 2017 veröffentlichte Correctiv kurz vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 den Artikel „Spitzenfrau der AfD in Nordrhein-Westfalen arbeitete als Prostituierte“ ĂŒber die TĂ€tigkeit einer Kandidatin der AfD als Hobby-Prostituierte im Internet. Die Autoren David Schraven und Georg Kontekakis begrĂŒndeten die Veröffentlichung damit, eine solche TĂ€tigkeit stehe im Gegensatz zu dem von der Partei propagierten Frauenbild und mache die Politikerin „erpressbar“. Der Artikel wurde in den sozialen Medien heftig kritisiert, auch zahlreiche Journalisten Ă€ußerten sich negativ. Michael Hanfeld schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Das von Facebook als Anti-Fake-News-Brigade angeheuerte JournalistenbĂŒro ‚Correctiv‘ befand es kĂŒrzlich fĂŒr nötig, eine AfD-Politikerin bloßzustellen [
] Die BegrĂŒndung dieses vermeintlichen Scoops, der nichts als Denunziation war, fiel ‚Correctiv‘ ziemlich schwer. Dabei wĂ€re es ganz einfach: Wer gegen ‚Hass‘ und ‚Fake News‘ anzutreten meint, sollte die MaßstĂ€be, die er an andere anlegt, auch gegen sich selbst und jedermann gelten lassen, auf keinem Auge blind sein und nicht nur in eine Richtung ‚recherchieren‘.“cite-ref-103[103]cite-ref-104[104]cite-ref-105[105]cite-ref-106[106] Das Landgericht DĂŒsseldorf untersagte Correctiv zunĂ€chst, den Artikel weiter zu verbreiten. Das Oberlandesgericht DĂŒsseldorf urteilte schließlich in letzter Instanz, die Berichterstattung ĂŒber die Prostitution der AfD-Landtagsabgeordneten sei rechtlich zulĂ€ssig gewesen. Der Artikel befasse sich „grundsĂ€tzlich mit einer Thematik von gesellschaftlicher bzw. politischer Relevanz von allgemeinem Interesse“. Das Urteil ist rechtskrĂ€ftig.cite-ref-107[107]

Rechtsstreit mit Tichys Einblick

Im September 2019 hatte das Online-Magazin Tichys Einblick in einem Artikel einen offenen Brief an UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres erwĂ€hnt, dessen Unterzeichner den Klimanotstand bestreiten. Der Hinweis auf den Artikel 500 Wissenschaftler erklĂ€ren: Es gibt keinen Klimanotfall wurde bei Facebook veröffentlicht und von Correctiv mit einem „teils falsch“-Hinweis versehen. Tichys Einblick sah in seiner Klage in Correctivs Vorgehen keinen Faktencheck, sondern eine Wertung. Den Sonderstatus von Correctiv bei Facebook bezeichnete die Zeitschrift als unlauteren Wettbewerb.cite-ref-108[108] Correctiv betreibe einen als Faktencheck getarnten Eingriff in die Meinungs- und Informationsfreiheit.cite-ref-faz-109-0[109] Im Mai 2020 entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe, dass Correctivs Darstellung einer FaktenprĂŒfung „fĂŒr den durchschnittlichen Nutzer“ missverstĂ€ndlich und damit nicht zulĂ€ssig sei. Die Kritikpunkte von Correctiv betrafen den von Tichys Einblick zitierten offenen Brief. Das Gericht betonte, dass in dem Berufungsverfahren nicht ĂŒber die RechtmĂ€ĂŸigkeit von FaktenprĂŒfungen auf Facebook im Allgemeinen entschieden wurde.cite-ref-110[110]cite-ref-faz-109-1[109] In erster Instanz hatte das Landgericht Mannheim zugunsten von Correctiv entschieden.cite-ref-111[111]

Rechtsstreit mit Die Achse des Guten

Im Oktober 2020 gewann das Online-Magazin Die Achse des Guten vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe einen Rechtsstreit gegen Correctiv. Der Arzt Gunter Frank hatte zur Frage geschrieben, ob die vielen positiven Corona-Tests in Schlachthöfen auch daher rĂŒhren könnten, dass dort fĂŒr Menschen harmlose Rinder-Corona-VirentrĂŒmmer kursierten, worauf Correctiv den Beitrag mit dem Hinweis versah, dass er teilweise falsche Informationen enthalte. Die Achse des Guten klagte dagegen mit Hilfe von Joachim Steinhöfel und dessen Initiative Meinungsfreiheit im Netz und bekam Recht. Die Website Meedia.de kommentierte, der Fall zeige „einmal mehr eindrĂŒcklich die grundsĂ€tzliche Problematik bei so genannten Faktenchecks“.cite-ref-112[112] Laut Correctiv hat das Gericht entschieden, dass Correctiv einen Faktencheck-Hinweis auf Facebook in einer bestimmten sprachlichen Formulierung nicht mit einem Beitrag des Blogs Achgut verknĂŒpfen darf. Der Correctiv-Artikel (Faktencheck) wurde nicht beanstandet. In der UrteilsbegrĂŒndung schlug das Gericht eine weniger missverstĂ€ndliche Formulierung vor, mit dieser wurde der Hinweis wieder veröffentlicht.cite-ref-113[113]

Rechtsstreit mit Ulrich Vosgerau gegen Artikelpassage aus „Geheimplan gegen Deutschland“

Das Landgericht Hamburg hat auf Antrag von Ulrich Vosgerau eine einstweilige VerfĂŒgung gegen eine Passage der Correctiv-Berichterstattung „Geheimplan gegen Deutschland“ erlassen. Die VerfĂŒgung betrifft eine angebliche Äußerung Vosgeraus zu WahlprĂŒfungsbeschwerden. Correctiv habe Vosgerau falsch zitiert, indem sie behaupteten, er halte massenhafte Beschwerden fĂŒr erfolgversprechend. Das Gericht entschied, dass Correctiv die Richtigkeit des Zitats nicht nachweisen konnte, und gab Vosgerau recht. Hinsichtlich zweier anderer Aussagen wurde der Antrag abgelehnt.cite-ref-114[114]cite-ref-115[115] Nachdem die sofortige Beschwerde Vosgeraus gegen die Entscheidung vor dem OLG Hamburg erfolglos geblieben war, reichte er die Hauptsacheklage beim Landgericht Berlin II ein. Dieses beanstandete zwei vom LG und OLG Hamburg fĂŒr zulĂ€ssig gehaltene Aussagen. Dabei handle es sich um unwahre Tatsachenbehauptungen oder jedenfalls um „willkĂŒrlich aus der Luft gegriffene“ MeinungsĂ€ußerungen.cite-ref-116[116]

Interessenkonflikte

Konflikt um Bodo Hombach

Bodo Hombach hatte als Ethikratchef bei Correctiv und Vorstandsmitglied der Brost-Stiftung eine Doppelfunktion, die er 2016 wegen des Interessenkonfliktes selbst beendete, indem er die Funktion im Ethikrat aufgab. Nach Darstellung von Kressnews sorgte die enge Verbindung von David Schraven zu Hombach fĂŒr Interessenkonflikte, da der Vorsitzende des Vorstandes der Brost-Stiftung, Wolfgang Heit, als Mediziner selbst von den Recherchen von Correctiv zu „Euros fĂŒr Ärzte“ betroffen gewesen sei, was zur Verringerung der finanziellen Förderung Correctivs durch die Brost-Stiftung und zum RĂŒcktritt Hombachs gefĂŒhrt habe. Die Behauptungen von Kressnews wurden als unzutreffend zurĂŒckgewiesen.cite-ref-kress-32-1[32]cite-ref-117[117]

Beteiligung von Aktivisten an Recherchen

Im September 2020 kritisierte die Welt am Sonntag, dass Aktivisten von Fridays for Future, darunter Carla Reemtsma, im Namen von Correctiv zur Beteiligung von nordrhein-westfĂ€lischen Kommunen an Energiekonzernen recherchierten, ohne dass dies fĂŒr die befragten Kommunen erkennbar war. Kritisiert wurde dies auch vom DJV-Vorsitzenden Frank Überall. Laut Correctiv seien solche Recherchen ohne die Hilfe von BĂŒrgern oder Lokalmedien nicht realisierbar.cite-ref-118[118]

Wechsel der GeschĂ€ftsfĂŒhrerin ins Wahlkampfteam von Robert Habeck

Im November 2024 verließ die Ko-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Jeanette Gusko Correctiv, um fĂŒr den Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) Wahlkampf im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 zu machen.cite-ref-119[119] Laut Welt-Journalist Andreas Rosenfelder zeige der Fall, wie Medien die GlaubwĂŒrdigkeit von Politik und Journalismus beschĂ€digten.cite-ref-120[120]

Dokumentarfilm

‱ Auf der Spur des Geldes, Dokumentarfilm von Susanne Binninger und Britt Beyer ĂŒber die investigativen Recherchen von Correctiv, 2021cite-ref-121[121]

Weblinks

‱ Literatur von und ĂŒber Correctiv im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ correctiv.org
‱ Correctiv? GemeinnĂŒtziger Journalismus und andere Alternativen. (Memento vom 21. Juni 2015 im Internet Archive) WDR 5-Feature der Reihe Neugier genĂŒgt, 18. Juni 2015.

Einzelnachweise

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